Historie

Der „Musikverein Uetzing-Serkendorf“ wurde im Jahr 1970 in Uetzing gegründet. „Uetzing-Serkendorf“ deshalb, weil beide damals noch selbstständigen politischen Gemeinden Uetzing und Serkendorf einen erheblichen finanziellen Beitrag für die Erstbeschaffung der notwendigen Instrumente geleistet haben. Die Blasmusik hat allerdings in Uetzing eine wesentlich längere, über Jahrhunderte zurückreichende Tradition. Den ältesten Beweis über die Existenz von Blasmusikern in Uetzing finden wir im 18. Jahrhundert. In der Uetzinger Kirchenstiftungsrechnung von 1736/37 sind unter den Ausgaben unter anderem „5L[i]b[rae]“ (Pfund) verzeichnet, die „denen H[ochwürdigen] H[errn] Musicanten zu verzehren geben an fest Corp[oris] [Chri]sti […]“. Uetzinger Musiker haben also bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und damit vor über 250 Jahren, den Gottesdienst und die Prozession an Fronleichnam musikalisch gestaltet.

Bis ins 20. Jahrhundert blieb die Blasmusik in Uetzing durch Höhen und Tiefen bestehen. Nicht nur kirchliche Anlässe, wie Prozessionen, Gottesdienste oder Wallfahrten ließen die Musiker zusammenkommen, sondern auch Feierlichkeiten weltlicher Natur. So wurde nach Taufen gerne in der Gastwirtschaft aufgespielt und manche Feier ging bis tief in die Nacht. Ende der 1960er Jahre wurde es zunehmend schwierig eine spielbare Besetzung für die Begleitung der Gößweinsteiner Wallfahrt zu finden. Als auch noch die Leitung der Uetzinger Blasmusik G. Meixner im Jahr 1970 seinen Rücktritt ankündigte war guter Rat teuer. In dieser misslichen Situation waren es drei Musiker N. Krappmann, G. Kerner und T. Müller, welche die Initiative ergriffen und zur Überzeugung gelangten, dass langfristig nur die Gründung eines Musikvereins den dauerhaften Fortbestand der Blasmusik in Uetzing gewährleisten könne. In einem Aufruf an die Bevölkerung luden sie alle Interessierten zu einer ersten informellen Versammlung für den 10. Juli 1970 in die damalige Gastwirtschaft Hetzel ein. Dort drückten gleich 46 Anwesende ihre Bereitschaft aus, dem neu zu gründenden Verein als Mitglieder beizutreten. In einer zweiten Sitzung am 24. Juli 1970 in der Uetzinger Gastwirtschaft „Grüner Baum“ wurden J. Ultsch und L. Kerner als Vorstände gewählt. Als Dirigent konnte der ehemalige Militärmusiker und frühere Dirigent der Staffelsteiner Blaskapelle A. Gröger (1897-1980) gewonnen werden. Damit war der Musikverein Uetzing-Serkendorf gegründet.

Es folgten die mühsamen ersten Jahre des Aufbaus mit dem Ankauf von Instrumenten, der Ausbildung zahlreicher Jugendlicher aus Uetzing und Umgebung, der Anschaffung einer Uniform und ersten Auftritten in Uetzing und den benachbarten Ortschaften. 1978 wurde die Kapelle über Nacht ihres Dirigenten und Ausbilders beraubt. In dieser misslichen Situation war es wieder Mitbegründer und Tenorhornist N. Krappmann der zur Stelle war und sich als Dirigent zur Verfügung stellte. Mit dem unvergessenen „Nickl“ an der Spitze begingen die Uetzinger Musiker 1980 auch ihr erstes Musikfest.

Im Jahr 1984 begann die Ära H. Schimmel, der über 17 Jahre dem Musikverein als Dirigent und Ausbilder zur Verfügung stand. Mit dem Verein ging es stetig bergauf. Es erweiterte sich nicht nur das Repertoire, sondern auch der Aktionsradius der Blaskapelle. Man begleitete einige Pilgerzüge und nahm am Deutschen Musikfest in Trier teil, sowie am 1. Internationalen Blasmusikfest in Bamberg.

1995 feierte man das erste Kreismusikfest in Uetzing mit Standkonzerten durch anwesende Kapellen und großem Festzug mit Gemeindschaftschor auf dem Uetzinger Marktplatz . Es folgten verschiedenste musikalische Highlights, wie z.B. ein Auftritt in der Radiosendung „Bayern 1 unterwegs“ bei der die Uetzinger Musiker den eigens für sie komponierten Marsch „Gruß aus Uetzing“, von ihrem allerersten Dirigenten A. Gröger, zum Besten gaben. 1999 packte die Kapelle das Reisefieber und man begleitete einen Pilgerzug nach Rom. Dort gestaltete man nicht nur Gottesdienste, sondern hielt zur Freude der Einheimischen Abendkonzerte im Hotel ab. Höhepunkt war aber die Papstaudienz auf dem Petersplatz, bei welcher man ebenfalls einen musikalischen Beitrag leisten durfte.

Weitere Meilensteine der folgenden Jahre waren die Reisen in die USA 2001 und 2005. Dort nahm man an der Steubenparade in New York teil und sorgte bei verschiedenen Deutschen Clubs für die musikalische Umrahmung der Oktoberfeste. Bei einem Auftritt in der Fernsehshow „Bayern Champions“ 2002 trat die Blaskapelle Uetzing dann den Beweis an das man auch schwimmend einen Marsch blasen kann. Die Aufzeichnungen mit einem Filmteam des Bayerischen Rundfunks im alten Hallenbad Bad Staffelstein waren natürlich, ebenso wie die vorherigen Trainingseinheiten spektakulär.

Die Probenarbeit der Musiker/Innen kommt neben der Geselligkeit aber natürlich nicht zu kurz. Regelmäßig stellt man sich bei Wertungsspielen der Kritik durch fachkundige Jurys. Jährlich abgehaltene Probenwochenenden mit professionellen Dozenten und das Angebot von Workshops, fördern das Zusammenspiel und die Weiterentwicklung der Musiker/Innen. Das Resultat dieser Arbeit gibt die Blaskapelle Uetzing immer wieder bei den bereits zur Tradition gewordenen Advents- und Kurkonzerten zum Besten.

Die Zeit geht aber natürlich auch am Musikverein Uetzing-Serkendorf e.V. nicht einfach spurlos vorüber. Immer wieder müssen sich die Musiker/Innen neuen Anforderungen stellen, werden neue Herausforderungen gesucht und sind auftretende Probleme gemeinsam zu lösen. Dies ist nur durch ein respektvolles und positives Miteinander zu erreichen, was sich nicht nur im gemeinsamen Musizieren sondern auch in der gelebten Gemeinschaft zeigt. So ist es unser aller Ansporn den Musikverein Uetzing-Serkendorf e.V. gut in die Zukunft zu führen und die Tradition des Musizierens auch in den nächsten Generationen zu erhalten.

Textquelle: mit freundlicher Genehmigung des Autors wurden Teile des Textes der Festschrift „40 Jahre Musikverein Uetzing-Serkendorf e.V.“ entnommen.